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Drei Wochen zurück im Berufsleben – und ich lerne jeden Tag dazu!

Vor drei Wochen habe ich nach fast einem Jahr den Schritt zurück ins Berufsleben gemacht. Ich habe mich unglaublich auf diesen Tag gefreut. Endlich wieder arbeiten. Endlich wieder Kollegen sehen. Endlich wieder Verantwortung übernehmen und Teil des Teams sein.


Der Empfang war herzlich und genau so, wie man es sich wünscht. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Und trotzdem habe ich in diesen ersten beiden Wochen etwas gelernt, das ich vorher so nicht erwartet hätte.


Drei Stunden arbeiten können unglaublich anstrengend sein.


Nicht, weil die Arbeit schwer ist. Sondern weil es unglaublich schwerfällt, nach drei Stunden einfach aufzuhören. Wer sein ganzes Berufsleben mit Leidenschaft gearbeitet hat, wer gewohnt war, zehn oder mehr Stunden am Tag Verantwortung zu tragen, für den fühlen sich drei Stunden irgendwie "falsch" an. Der Kopf sagt ständig: "Da geht noch mehr." Ich musste mich regelrecht dazu zwingen, nach Hause zu gehen. Und ich wusste gleichzeitig, dass genau das jetzt der richtige Weg ist.


Was mich allerdings wirklich überrascht hat, war die Müdigkeit. Fast jeden Nachmittag bin ich nach Hause gekommen und habe drei bis vier Stunden geschlafen. Der Körper hat sich einfach genommen, was er gebraucht hat. Daran merkt man erst, welche Spuren eine Krebsbehandlung hinterlässt – selbst dann, wenn man sich eigentlich schon wieder ganz gut fühlt.


Inzwischen hat die dritte Woche begonnen und ich arbeite sechs Stunden am Tag.

Es wird besser. Aber sechs Stunden fühlen sich momentan fast schon wie ein kompletter Arbeitstag an. Man ist gedanklich wieder mitten im Geschehen, möchte gestalten, Entscheidungen treffen und Dinge voranbringen.


Genau darin liegt aber auch die Gefahr. Ich kenne mich.

Ich weiß, wie schnell ich wieder in meinen alten Rhythmus zurückfinden könnte. Genau davor habe ich Respekt. Nicht, weil ich Angst vor der Arbeit habe. Ganz im Gegenteil – sie macht mir riesigen Spaß. Ich habe Respekt davor, wieder in alte Muster zu verfallen. Immer schneller. Immer mehr. Immer noch eine Aufgabe zusätzlich.


Ob Stress tatsächlich Einfluss darauf hat, ob eine Erkrankung irgendwann zurückkommt, weiß ich nicht. Darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Aber ich weiß, was mein Kopf daraus macht. Und deshalb habe ich mir fest vorgenommen, diesmal besser auf mich aufzupassen.


Pausen nicht als verlorene Zeit zu sehen.


Auf meinen Körper zu hören. Nicht immer an die Grenze zu gehen. Das klingt einfacher, als es im Alltag tatsächlich ist. Denn alte Gewohnheiten verändern sich nicht innerhalb weniger Wochen. Dafür braucht es Disziplin – vielleicht sogar mehr Disziplin als früher beim Arbeiten selbst.


Trotz allem bin ich unglaublich dankbar.

Dankbar, dass ich wieder arbeiten darf.

Dankbar für die Menschen, die mich auf diesem Weg begleiten.

Und dankbar, dass ich wieder nach vorne schauen kann.


Ich weiß nicht, wie der Weg in den nächsten Monaten aussehen wird. Aber ich weiß eines. Ich möchte nicht einfach nur zurück in mein altes Leben. Ich möchte ein neues Gleichgewicht finden. Mit Freude an der Arbeit, aber auch mit mehr Achtsamkeit für mich selbst. Vielleicht ist genau das die wichtigste Lektion, die mir diese Erkrankung mitgegeben hat.


Nicht schneller.

Sondern bewusster.


Und wenn ich jeden Tag ein kleines Stück weiterkomme, dann ist das mehr wert als jeder Sprint. Denn Gesundheit ist kein Ziel, das man einmal erreicht.


Sie ist etwas, worauf man jeden Tag aufs Neue achten darf.





 
 
 

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