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Jede Minute zählt. Aber das begreift man manchmal erst später.

vor 7 Tagen
3 Min. Lesezeit


Es gibt Dinge, die man eigentlich schon immer weiß: Gesundheit ist wichtig, Zeit ist kostbar, und man sollte das Leben genießen. Trotzdem liegt zwischen Wissen und wirklichem Begreifen manchmal ein großer Unterschied.


Ich musste erst ernsthaft krank werden, um manches anders zu sehen. Vielleicht, weil man im Alltag zu sehr damit beschäftigt ist, zu funktionieren. Man arbeitet, plant, organisiert, ärgert sich über Kleinigkeiten und verschiebt vieles auf irgendwann.

Irgendwann nehmen wir uns Zeit. Irgendwann wird alles ruhiger.


Aber wer sagt uns, dass dieses Irgendwann kommt?


Was gestern war, hat uns geprägt. Doch leben können wir nur heute.


Die Vergangenheit gehört zu uns. Wir haben Entscheidungen getroffen, Fehler gemacht, Erfolge gefeiert und Niederlagen erlebt. Daraus können wir lernen und mit manchen Dingen unseren Frieden schließen. Verändern können wir sie jedoch nicht.

Auch die Zukunft ist wichtig. Ich habe weiterhin Ziele und Pläne. Aber der Moment ist mir inzwischen wichtiger geworden. Die Zukunft können wir planen, doch ob sie so kommt, wissen wir nicht. Den heutigen Tag dagegen haben wir. Genau jetzt.

Vielleicht denke ich deshalb auch anders über den Umgang mit schlechter Stimmung und unnötigem Ärger nach.


Natürlich hat jeder Sorgen und darf schlechte Tage haben. Aber ich möchte meine Zeit nicht mehr mit Dingen und Menschen verbringen, die mir dauerhaft Energie nehmen. Das bedeutet nicht, dass ich Menschen im Stich lasse, die Unterstützung brauchen. Für die Menschen, die mir wichtig sind, möchte ich da sein.


Aber ich muss mich nicht über jede Kleinigkeit aufregen, nicht jede Diskussion führen und es nicht jedem recht machen.


Dafür ist mir meine Zeit zu wertvoll.


Wie viel davon uns bleibt, weiß niemand. Deshalb möchte ich sie bewusster verbringen: mit meiner Familie, meiner Frau, meinen Kindern, Freunden und Menschen, die mir nahestehen. Beim Sport, in guten Gesprächen, bei gemeinsamen Abenden – und auch bei der Arbeit, die ich gerne mache und in der ich noch Ziele habe.

Und gerade im Berufsleben ist mir eines noch bewusster geworden: Wie wichtig es ist, mit den richtigen Menschen zusammenzuarbeiten.


Das gilt für Kollegen genauso wie für Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner. Ich möchte Beziehungen pflegen, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und einem fairen Miteinander beruhen. Beziehungen auf Augenhöhe, bei denen nicht immer nur Zahlen, Preise und Leistungen im Vordergrund stehen, sondern auch der Mensch.

Natürlich muss eine geschäftliche Zusammenarbeit für beide Seiten wirtschaftlich sinnvoll sein. Aber darf sie nicht auch Spaß machen? Darf man nicht auch gemeinsam lachen, offen miteinander sprechen und sich einfach freuen, wenn man sich wieder begegnet?


Ich finde schon. Und ich glaube sogar, dass genau solche Beziehungen langfristig die erfolgreichsten sind.


Denn auch unsere berufliche Zeit ist Lebenszeit. Und die sollten wir genauso wertschätzen.


Das Leben findet nicht irgendwann statt, sondern jeden Tag.


Ich bin dadurch kein anderer Mensch geworden. Ich habe weiterhin meine Ecken und Kanten, meine Ungeduld und meine klaren Vorstellungen. Aber vielleicht habe ich gelernt, Dinge anders zu gewichten.


Nicht alles ist wichtig. Nicht jeder Ärger ist es wert. Und nicht jeder Tag muss außergewöhnlich sein, um ein guter Tag zu werden.


Manchmal reicht es, gesund aufzuwachen, einen Kaffee oder Tee mit einem lieben Menschen zu trinken, gemeinsam zu lachen oder einen schönen Moment bewusst wahrzunehmen.

Früher hätte ich darüber kaum nachgedacht. Heute tue ich es.


Wenn ich aus meiner Krankheit etwas mitgenommen habe, dann vielleicht das:


Warte nicht auf die richtige Zeit. Die richtige Zeit ist jetzt.


Ich weiß nicht, was morgen kommt. Aber ich möchte das Heute nicht mehr leichtfertig verschenken.


Denn am Ende zählt nicht nur, wie viele Jahre wir gelebt haben, sondern vor allem, wie viel Freude, wie viele schöne Momente und wie viel echtes Leben in diesen Jahren steckten.


Trotzdem leben. Gerade jetzt.




 
 
 

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